Wintersonnenblende

2017-10-31, posted in Ausrüstung, DIY, Langzeitbelichtungen, Lightpainting, ZubehörDIY – Lightpainting mit Acrylglas

Lichtformer heißt das Zauberwort. Grundsätzlich sucht sich Licht ja seine eigenen Wege und um dies zu verhindern, muss man es gezielt in Bahnen lenken.

Klingt simpel. Doch bevor sich Licht so verhält, wie man es möchte, muss man erst einmal etwas basteln, damit man es für sich einsetzen kann.

Natürlich gibt es Acryl-Taschenlampenaufsätze im Internet zu kaufen. Die Kosten sind jedoch jenseits von Gut und Böse und wer gerade damit anfängt, wird sicherlich nicht so viel Geld für einen ersten Test ausgeben wollen. Manchmal muss man ja auch Dinge erst einmal ausprobieren, bevor man weiß, ob es was für einen ist.

Nun hatte ich das Glück, auf Acryl-Abfallstücke zurückgreifen zu können, die sich wunderbar für eigene Feldversuche eignen. Doch wie diese vor die Taschenlampe schnallen? Sie sollten möglichst fest drauf sitzen, aber trotzdem leicht zu wechseln sein.

Hier verrate ich euch die Lösung!


Vorweg einmal sucht man sich eine Taschenlampe aus, die gut in der Hand liegt, leuchtstark ist und mit dessen Bedienung man gut zurecht kommt.

Ich habe mich für die Atactical A1S LED Taschenlampe entschieden (1150 Lumen Cree LED, IPX7 Wasserfest, 5 Einstellungen Low/Mid/High/Trubo/Strobo).

Gab es für knapp 30 Euro bei Amazon. Leider ist das Angebot nicht mehr verfügbar, daher kann ich es hier nicht verlinken. So sieht sie jedenfalls aus:

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Tendenziell ist sie ganz gut für Lightpainting geeignet, jedoch sitzt der silberne Button für die Helligkeit, bzw. Strobo-Einstellung unpraktisch, wenn man sie in einer Röhre verwenden will. Da wäre eine komplette Bedienung über das hintere Ende sinnvoll, da der Button im Zweifelsfall in der Röhre sitzt und dann nicht mehr zu bedienen ist
Für die Acrylaufsätze funktioniert sie aber super, weil alle Knöpfe frei liegen.

Was jetzt noch fehlt, ist Acrylglas.
Dies kann überall her stammen. Manchmal gibt es altes, kaputtes Spielzeug, welches dieses beinhaltet, manchmal ist es ein altes Tablett (nicht Tablet!) oder man nimmt die Plastikfächer von einem alten Kühlschrank, die Möglichkeiten sind gar vielfältig.

Alternativ geht man in einen Baumarkt oder Bastelgeschäft und kauft sich welches.
Es ist auch völlig egal, ob es bereits irgendwie eingefärbt ist. Im Gegenteil! Das macht es nur noch spannender, wenn man damit später Fotos erstellt.

Wenn ihr dann daraus ein oder mehrere Formen bauen wollt, dann seid ihr völlig frei darin, wie diese dann aussehen sollen. Viereckig, länglich, gebogen oder rund. Wie auch immer. Ich habe meine mit dem Dremel ausgeschnitten (tragt dabei unbedingt eine Schutzbrille!). Alternativ geht auch eine feine Säge. Anschließend ebenfalls mit dem Dremel die Kanten glatt polieren oder feines Schleifpapier nehmen.

Wichtig ist nur, dass alle am unteren Ende eine Aufnahme haben, die gleich groß geformt ist, damit sie später universell in dem Aufsatz für die Taschenlampe Platz finden. Wichtig: orientiert euch bei der Aufnahmen-Größe an dem Universal-Aufsatz, den ihr euch nun noch basteln müsst, sonst hält es nicht.

Ich habe zu diesem Zweck den Durchmesser meiner Taschenlampe gemessen und dies zum Anlass genommen, mal wieder einen Baumarkt zu betreten.
Hier gab es zum sensationell günstigen Preis von 3 Euro pro Meter einen sogenannten Flat-Gartenschlauch, von dem ich mir sogleich diese Länge auch abschnitt und mit nach Hause nahm.

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Er passt perfekt und hält durch die Flatlay-Form auch schön fest am Acryl. Allerdings leuchtet er jedoch auch ein bisschen durch, weswegen ich noch schwarzes Panzerband herum geklebt habe. Damit wurde sämtliches Streulicht eliminiert.
Die Stücke habe ich dann von der Länge her so geschnitten, dass sie sowohl den vorderen Teil der Taschenlampe, als auch den Acryl-Aufsatzteil komplett umfassen, jedoch dazwischen kaum Luft ist:

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So sehen dann die fertigen Aufsätze aus:

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Weil ich keine Lust hatte, ständig den Aufsatz von einem Acrylstück zum anderen zu wechseln, habe ich mir aus dem Meterstück gleich mehrere Aufsätze gemacht, die ich direkt am Acryl lassen kann. Praktisch, wenn man zwei oder mehr Taschenlampen gleichzeitig nutzen will.


Wer auf kein Budget zurückgreifen kann oder möchte, nimmt sich einfach eine leere Toilettenpapierrolle und schneidet sie in der Mitte durch. Anschließend noch einmal der Länge nach eingeschnitten, kann man nun die Lochstärke bestimmen, die Pappe um das Kopfteil der Taschenlampe legen und mit Panzerband fixieren.

Dann in den oberen Teil das Acrylglas hinein stecken und auch dort Panzerband zur Fixierung verwenden, in dem man es fest um die Pappe klebt. Achtet darauf, dass ihr natürlich nicht das Acrylglas mit fest klebt. Es soll ja ein Universal-Aufsatz sein, in den man die verschiedenen Formen nach Belieben einsteckt!
Nun das Ganze wieder von der Lampe abziehen und die daraus entstandene Form weiter mit Panzerband auskleiden. Hierbei kommt es zugute, wenn diese vorher nicht zu straff um die Lampe und das Acrylglas angeformt wurde, da das Panzerband natürlich den Umfang verringert, wenn man die Form auch von Innen damit auskleidet. Es dient jedoch von Innen der Rutschfestigkeit, daher sollte man nicht darauf verzichten.

Immer wieder mal testen, ob das Glas und die Lampe noch in die Form passt und so lange weiter Panzerband drum wickeln, bis es straff sitzt und sich aber noch gut abziehen lässt.

Fertig!


Nun habt ihr eure persönlichen Lichtformer und könnt loslegen!

Auch hier gilt: Übung macht den Meister. Es kann eine Weile dauern, bis man seinen persönlichen Stil gefunden hat und es geht wesentlich einfacher, wenn man dafür nicht alleine los zieht, sondern mindestens zu zweit unterwegs ist. Dadurch bringt man sich auch gegenseitig auf Ideen.

Eine(r) bedient die Kamera und gibt das Kommando, der/die andere ist mit den Lichtformern kreativ.

Hier mal ein paar Beispiele:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

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Interessant wird es dann noch, wenn Personen mit ins Spiel kommen:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA


Wie man es anstellt, Figuren zu zeichnen und die Menschen dabei trotzdem knackscharf abgebildet bleiben, erfahrt ihr bei einem der nächsten Beiträge. Irgendeinen Cliffhanger brauche ich ja. 😉

 


Teilt mir auch gerne eure Kreationen mit. Verlinkt sie als Kommentar oder schickt mir eine Nachricht. Ich freue mich stets über Feedback!

geschrieben von Carsten Winter

3 Kommentare auf “DIY – Lightpainting mit Acrylglas”

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