Wintersonnenblende

2017-03-03, posted in Allgemein, Anfänge, Kamera, Objektive, Taschen, Workflow, ZubehörMein Weg der Fotografie, Teil 2

Nun geht es weiter mit meiner Entwicklung im Bereich der Fotografie. Dieses Mal liegt der Schwerpunkt auf dem Zubehör – denn wer glaubt, dass mit der Anschaffung einer Kamera bereits genug Geld ausgegeben wurde, der irrt sich! Es gibt immer irgend etwas, was man noch unbedingt haben möchte (ob man es auch braucht, lasse ich mal dahin gestellt).


Eins möchte ich an dieser Stelle aber noch loswerden: Es gibt unheimlich viele (auch deutschsprachige) Seiten im Netz, die sich mit dem Thema Fotografie beschäftigen. Oftmals sind sie sehr darauf bedacht, möglichst professionell daher zu kommen und verwenden zur Absicherung viele Fremdwörter, schmeißen mit Fachbegriffen um sich und können jemanden, der absolut keine Ahnung von digitaler Fotografie hat, unheimlich gut einschüchtern und verwirren. Zumindest ging es mir anfangs so. Euch auch?

Natürlich könnte ich in meinen Texten auf komplexe technische Daten eingehen, doch das möchte ich nur bedingt.
Wie oft habe ich schon unter fachlich top geschriebenen Artikeln gelesen “toller Text. Ich plane mir Kamera XY zuzulegen, was hältst du davon, macht das Sinn?”.
Alles schreit nach “Ich habe noch keinen Plan von dieser Technik, sag mir doch einfach nur ja oder nein, damit ich diese Entscheidung nicht allein fällen muss. Ich möchte die Verantwortung für mein Handeln gerne abgeben.”.

Doch diese Entscheidung kann euch keiner abnehmen. Frag doch mal einen iPhone-Nutzer, welches Handy er dir empfehlen würde. Selten fällt dann seine Entscheidung in Richtung Android-Variante.
Meinungen sind stets subjektiv und abhängig von den eigenen Erwartungen an die Technik und der Erfahrung, die man machen konnte.

Beispielsweise könnte ich euch nicht sagen, warum man keine Canon DSLR nehmen sollte, da ich niemals eine besaß und somit keine Ahnung habe, wie sie in der Hand liegt, wie die Bedienung funktioniert (ja, okay – ich käme sicherlich fix damit zurecht. Aber es würde sich nicht gewohnt anfühlen) oder wo die Vor- und Nachteile versteckt sind. Canon Spiegelreflexkameras können total toll sein. Nur hab ich da keinen Plan von.

Ich habe mit Nikon angefangen und bin mittlerweile bei Olympus gelandet (dazu später mehr. Ihr seht es ja auch schon auf den Fotos). Natürlich kann ich euch verraten, warum ich mich für das ein oder andere Modell entschieden habe – doch dies war mein Weg, meine Erfahrungen, die ich gemacht habe. Euer Weg der digitalen Fotografie kann ein ganz anderer Sein, da ihr andere Schwerpunkte habt oder entwickelt. Euer Fokus liegt vielleicht voll und ganz auf der Landschaftsfotografie und da kann es euch ziemlich egal sein, wie toll ich die OM-D E-M1 für Lightpainting finde (auch hierzu später mehr).

Was ich damit sagen möchte, ist: lasst euch nicht von Fachbegriffen verwirren oder von tollen Werten blenden. Nicht umsonst sagen berühmte Fotografen immer “man kann auch mit einer schlechten Kamera gute Fotos machen und mit einer guten Kamera schlechte”. Ihr nutzt höchstwahrscheinlich auch nicht mehr euer erstes Fahrrad oder euren ersten Computer. Die Technik schreitet voran und die Möglichkeiten werden immer komplexer. Es wird sicherlich nicht die letzte Kamera eures Lebens sein.

Nehmt das Ding eurer Wahl in die Hand, fotografiert damit. Erprobt, ob sie sich gut anfässt, wie sie sich anfühlt. Kommt ihr mit dem Menü zurecht und macht es euch Spaß?
Super – dann nehmt sie, wenn es das Budget zulässt. Ihr werdet in nächster Zeit sicherlich keine Häuserwände mit einem Riesenplakat ausstatten, also grübelt nicht zu sehr über Sensorgrößen oder Megapixel. Kauft auch nicht gleich mehrere Objektive, Lichtformer oder sonstige technische Spielereien.
Bleibt gelassen und reizt erst einmal die Möglichkeiten eurer neuen Errungenschaft aus. Erforscht die Optionen, ohne Ablenkung durch zu viel Equipment. Wenn ihr die Kamera erst einmal beherrscht, kann es weiter gehen.

Zu oft habe ich schon Leute gesehen, die vor lauter Zubehör gar nicht wussten, was sie wie fotografieren sollten und letztendlich die Kamera selbst im Automatikmodus betrieben haben. Das ist ungefähr genau so spannend, wie einen Sportwagen im ersten Gang zu betreiben.


Doch zurück zum eigentlichen Thema – dem Zubehör!

Die Zutaten:
– einen ordentlichen Kameragurt
– eine Handschlaufe
– mindestens 2 Akkus
– mindestens 2 Speicherkarten mittlerer Größe, statt einer ganz großen
– eine wettergeschütze Tasche für die Kamera, nebst wichtigstem Zubehör
– ein Reinigungskit mit Pinsel und Blasebalg
– eine Kreditkarte, um alles finanzieren zu können (optional)

Die Zubereitung:
Fangen wir mit dem Gurt an. Was erwartet ihr von dem Ding? Er sollte praktisch sein, belastbar genug, um die Kamera halten zu können, nicht in die Haut einschneiden, das Gewicht gut verteilen und wenn möglich, dabei noch stylisch aussehen.
Auch hier gibt es verschiedene Hersteller mit ebenso verschiedenen Lösungen, aus denen ich mir einen heraus gefischt habe: den Sun-Sniper-Strap The “Pro-II” Steel & Bear Kameragurt.

Die Handschlaufe ist für mich ein schönes Extra. Sie ist eine Art Notabsicherung, wenn man die Kamera mal ohne Gurt bedient. Entschieden hatte ich mich für dieses Modell:
OP/Tech Gotcha Wrist Strap Handgelenk-Trageschlaufe

Dann die zwei Akkus. Warum? Zwei sind immer besser als einer (Ausnahme: gilt nicht für Personen, wenn man sich einen Nachtisch teilen muss!). Schon mal auf das Aufladen eines Akkus warten müssen? Ist kein Geschenk. Ihr wollt das nicht!
Kauft Original-Akkus! Keine Noname-Kopien aus Fernost, nur weil sie so einen günstigen Preis haben. Sie sind oft nicht umsonst “billig”.

Jetzt die beiden Speicherkarten. Zum Beispiel in der Größe 32 GB.
Doch warum stattdessen nicht gleich eine 64 GB-Karte? Ganz einfach: wie ich schon im ersten Teil beschrieb, wurde ich vor Jahren mal Opfer eines Datenverlusts und habe deshalb von ca. 1995-2005 keine Fotos mehr gespeichert. Nutzt man nun eine große Speicherkarte und diese ist plötzlich nicht mehr lesbar, dann war es das mit den schönen Erinnerungen. Hat man zwischendurch mal die Karte wechseln müssen, so besitzt man wenigstens noch einen Teil der Aufnahmen. Mittlerweile liegen hier bei mir ca. 6 Speicherkarten in 32iger Größe rum und eine konnte ich bereits entsorgen, weil sie den Dienst quittiert hat. Sie nehmen nicht viel Platz weg, also gönnt es euch.
Meine Wahl fiel meistens auf 32 GB Karten von SanDisk.

Die wettergeschützte Tasche erklärt sich von selbst. Es gibt immer mal Orte oder Momente, wo es einfach unpraktisch ist, die Kamera offen mit sich herum zu tragen. Regenschauer gehören definitiv dazu. Meine Wahl fiel nach ungefähr 1,5 Stunden Aufenthalt in einem Fotofachgeschäft und Sichtung von mindestens 20 Taschen auf ein praktisches Modell von Lowepro. Allerdings habe ich einen kleinen Taschen-Fetisch und daher mittlerweile nicht nur eine… *hust*

Zuletzt das Reinigungskit. Brillenträger kennen das Problem: andere sprechen einen darauf an, dass die Brille total dreckig ist. Man schaut verdutzt, nimmt sie ab und nutzt mal eben schnell den Pullover. Selbst hat man den Dreck kaum bemerkt, weil die Gläser so nah an den Augen sitzen.
Mit der Kamera verhält es sich ähnlich. Nutzt man eine offene Blende beim Fotografieren (also eine kleine Blendenzahl, z.B. 3,5), dann sieht man kaum die Flecken auf dem Objektiv. Ist das gleiche Prinzip wie bei der Brille.
Macht man aber eine Langzeitbelichtung mit Blende 16, dann sieht man später plötzlich dunkle Schatten und Punkte auf dem Foto. Doch das muss nicht sein! Bestellen Sie jetzt und erhalten sie ein zweites Set gratis dazu! Hier hilft ein Reinigungsset ungemein. Meins ist von Hama. Ich habe es förmlich geschenkt bekommen, sonst wäre es vielleicht ein anderes geworden.

Fertig! Jetzt kann gegessen fotografiert werden!


Im nächsten Beitrag gehe ich näher auf die einzelnen Dinge ein. Freut euch auf ein Wiedersehen mit eurem Lieblingszubehör, verfolgt ihre spannenden Geschichten und schaltet auch demnächst wieder ein, wenn…

Okay, ich hatte zu viel Zucker intus, als ich den Text geschrieben habe! Die Kekse waren schuld.

geschrieben von Carsten Winter

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