Wintersonnenblende

28. Januar 2018, posted in Allgemein, Anfänge, KameraWelche Kamera kaufe ich denn nun?

Hier kommt der ultimative Kamera-Guide. Ihr seid Anfänger und auf der Suche nach der richtigen Kamera? Dann lest diesen Beitrag!

Okay, Clickbait ist nicht so meins. Möglicherweise wisst ihr anschließend trotzdem noch nicht, welche Kamera ihr haben wollt, denn in Wirklichkeit stelle ich euch hier gar keine Modelle vor.


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Warum dann dieser Text?

Am Anfang ist da immer der Erwerb einer neuen (oder gebrauchten) Ausrüstung, wenn man anfangen will, Fotografie ernsthafter zu betreiben. Die Bilder aus dem Handy oder der kleinen Knipse sind nicht mehr ausreichend und man möchte sein fotografisches Geschick auf ein neues Level bringen. Doch wie stellt man das an?
Natürlich muss man eine gute Kamera haben, denn wenn man eine gute Kamera hat, macht man ja automatisch gute Fotos. Da kann man gar nichts gegen machen. Das ist Gesetz.

So einfach ist es dann aber leider doch nicht, denn es bleibt immer noch die Wahl des richtigen Motivs, die ruhige Hand und manchmal einfach das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Und dann noch viele weitere Faktoren, die dafür sorgen können, dass man auch mit einer sehr teuren Kamera sehr schlechte Fotos machen kann.

Und dann gibt es ja noch Freunde, Bekannte und Youtube-Influencer, die einem sagen „nimmt Modell X oder auf jeden Fall Hersteller Y, die sind ultimativ gut, die habe ich auch!“ Schön für sie.
Deren Wahl muss dennoch nicht der deinen entsprechen und nur weil sie damit glücklich geworden sind, kann dein Bedarf ganz anders aussehen.

Doch wie findet man nun das richtige Modell für sich selbst?


Bestimmt habt ihr schon ein oder andere FotografInnen in eurer Timeline bei Instagram, Twitter, 500px oder sonstwo, denen ihr folgt und dessen Ergebnisse euch inspirieren. Dann schaut ihr, welches Equipment diese Menschen benutzen und vermutet, dass dies die richtige Wahl sein könnte, denn schließlich sind damit all diese tollen Werke entstanden. Dann kommt die ernüchternde Erkenntnis, dass diese Sachen alle viel zu teuer sind und ihr gar nicht so viel Geld investieren wollt oder könnt.

Manchmal schaut man sich auch Profile an und stellt mit Erschrecken fest, dass sie superbillige Kameras verwenden und trotzdem geniale Fotos damit machen!

Dürfen die das überhaupt?

Spätestens an dieser Stelle ist man wieder so weit wie am Anfang und der Frage, welche Kamera denn nun die Richtige sei, kein Stück näher gekommen. Wie lösen wir das Problem also nun?


Fotografie hat nicht nur mit Sehen zu tun, sondern auch mit Fühlen. Man erfasst Dinge nicht nur mit dem Auge, sondern auch mit den Händen. Spätestens dann, wenn man etwas zurecht rückt, weil es dann besser auf dem Foto aussieht, wird einem dieses bewusst.
Dementsprechend ist das haptische Gefühl, welches FotografInnen mit ihrer Kamera verbindet, nicht zu unterschätzen.

Kennt ihr Handschmeichler? Das sind Gegenstände, die im wahrsten Sinne des Wortes der Hand schmeicheln sollen. Sie können zum Beispiel aus Stein oder Holz sein, fühlen sich einfach nur gut an und man möchte sie gerne mit sich herum tragen, um sie bei Bedarf anfassen zu können. Kastanien erfüllen auch diesen Zweck (und helfen angeblich gegen Rheuma).

So muss eure Kamera für euch sein (nein, kein Rheuma-Mittel)!


Vergesst Megapixel, vergesst Hersteller oder bestimmte Modelle. Geht in einen Laden und nehmt die Apparate in die Hand. Spielt mit den Knöpfen, dreht am Objektiv, zoomt heran und heraus, schaut durch den Sucher, klickt euch durch die Menüs, haltet sie eine Weile mit einer Hand herab hängend fest, als ob ihr sie durch die Gegend tragen würdet und findet eure haptischen Favoriten.

Später, wenn ihr erst einmal im Besitz einer neuen Kamera seid, müsst ihr sie ständig anfassen und dabei haben wollen! Ihr müsst darüber hinweg sehen, dass sie in unpassenden Momenten vielleicht zu schwer erscheint und euch behindern könnte. Ihr werdet sie mitnehmen und möchtet sie nicht mehr aus der Hand legen.
Das ist es, was die richtige Kamera ausmacht.

Dann, wenn ihr vor der Auslage steht und euch schon ein bisschen in eine verliebt habt, schaut ihr auf die inneren Werte. Was kann die Kamera eigentlich. Brauche ich das überhaupt? Was kann ich mir eigentlich leisten? Muss ich Kompromisse eingehen, weil sie zu teuer ist und gibt es eine günstige Alternative? Muss es zwingend das Neueste vom Neuen oder darf es auch eine Gebrauchte sein?


Bestenfalls dürft ihr sie dann mal mitnehmen und ausprobieren. Gute Geschäfte leihen sie euch schon mal für einen Nachmittag aus. Das sind dann übrigens diese Fachgeschäfte, die nicht ohne Grund so genannt werden.
Ja, die Kameras sind dort teurer als bei Amazon, aber dafür habt ihr eben den Service vor Ort, die Unterstützung bei der endgültigen Entscheidung und wenn ihr Glück habt, sogar einen kompetenten Menschen, der euch von einem teuren Fehlentscheidung abrät und dafür in Kauf nimmt, euch etwas Günstigeres anzubieten, was besser zu euch passt.

Später sind sie sogar für euch da, wenn was kaputt gegangen ist, ihr Fragen zu weiterem Equipment habt oder dank mehr Erfahrung mit einem System-Umstieg liebäugelt. Solche Fachgeschäfte sind wirklich ihr Geld wert und man sollte nicht den Anspruch erheben, dass sie genauso günstig (billig?) sind, wie anonyme Anbieter aus dem Internet.


Mit etwas Glück geht ihr im Anschluß zufrieden mit einer neuen Anschaffung aus dem Laden. Voller Vorfreude vor dem, was nun beginnt: der Anfang einer neuen Ära eurer persönlichen Fotografie.

 


Wenn euch meine Worte gefallen haben und/oder ihr Anmerkungen habt, wie man für sich die richtige Kamera findet, dann lasst es mich in den Kommentaren wissen. Ich freue mich immer über Feedback!

geschrieben von Carsten Winter

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